Monday, October 01, 2012

Oha! Inkasso!

Bei Spiegel Online erschien eben ein Artikel, in dem sich der Autor über seine Erlebnisse mit einem Inkassounternehmen auslässt. Im Kommentarbereich zum Artikel steuern etliche Leser ihre eigenen Geschichten bei.

Ich hab auch eine. Die ist zwar lang her, wirft aber auch ein gewisses Licht auf die Arbeitsweise zumindest eines bestimmten Inkassounternehmens mit einem blauen Globus im Logo ...

Damals, irgendwann gegen Ende der Neunziger, war ich noch Student und erhielt nun also eines Tages einen Brief von besagtem Unternehmen, in dem man mich aufforderte, die Forderung einer gewissen Firma in einem Ort namens Künzelsau zu begleichen. Nun war ich damals noch unerfahren in solchen Dingen und habe mich ziemlich erschreckt - die wollten über eintausend Mark von mir haben.

Ich hatte keine Ahnung, wo Künzelsau liegt, was die betreffende Firma überhaupt produziert und wie ich dazu kommen sollte, denen via Inkassounternehmen Geld zu geben. Also rief ich bei Inkassens an und fragte nach dem Hintergrund der Forderung. Man beschied mir, ich sei Geschäftsführer der Firma X in Y und deswegen sei die Forderung an mich gerichtet.

Zwar studierte ich zu dem Zeitpunkt tatsächlich in Y, von der Firma X hatte ich aber noch nie gehört (metallverarbeitendes Gewerbe, hm ...), und einen Gewerbeschein besaß ich auch nicht. Das Telefonat wurde also erstmal beendet und ich schlug im Telefonbuch die Firma X nach.

Heureka. Meine damalige Telefonnummer lautete 0abc-defg650, die der Firma X lautete 0abc-defg659. Da hatte wohl irgendwer, um die Adresse des vermeintlichen Schuldners rauszukriegen, die Inverssuche bemüht und sich dabei bei der letzten Stelle der Telefonnummer vertan.

Ich rief also bei Firma X an und - ISDN sei Dank - die Dame am anderen Ende der Leitung musste erstmal lachen, als ich sie auf meine Nummer hinwies. Darauf erzählte ich ihr von meinen Erlebnissen, und das Lachen blieb ihr im Halse stecken. Immerhin kannte sie die bewusste Firma in Künzelsau und wusste auch von einer angeblich offenen Forderung.

Nun ja. Wie gesagt, so richtig viel Ahnung von möglichen Vorgehensweisen in solchen Fällen hatte ich damals nicht, sonst hätte ich Inkassens wahrscheinlich grün und blau geklagt, wegen sträflicher Schlampigkeit in Tateinheit mit doof. Ein weiterer Anruf bei denen half immerhin bei der Klarstellung, und ich erhielt ein sogar höfliches Schreiben mit einer Entschuldigung.

Dennoch: Flaschen!

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