Tuesday, October 16, 2012

Bahnfahn

Bei Spiegel Online erschien soeben eine kleine Typologie der Bahnreisenden. Eine Sorte fehlt:

Spiegel-Online-Redakteure mit Schreibzwang und Neigung zur Eigenwerbung

Schon vor dem Einstieg passen sie auf wie die Schießhunde, ob sich irgend jemand irgendwie "typisch" benimmt, was eigentlich nur heißt, dass das Benehmen schriftlich fixierbar ist. Sie sitzen nur im Zug, um hinterher drüber schreiben zu können. Sie schreiben alles auf, was ihnen aufschreibenswert erscheint - egal, ob es lesenswert endet oder nicht. Zum Protokollieren ihrer Mitreisenden benutzen sie ein Netbook oder Tablet; je nachdem, was der Gadget-Kollege aus der Redaktion gerade wieder an Altgeräten weitergereicht hat.

Zu jeder, wirklich jeder Begebenheit, die sich während der Fahrt ereignet, fällt ihnen ein mehr oder weniger geistreiches Bonmot ein. Am Ziel der Dienstreise angekommen, werden die neuesten Erkenntnisse gleich per Internet verbreitet und nebenbei tüchtig die Werbetrommel für das daraus gezimmerte Konvolut gerührt.

Lieblingsaccessoire: spitzer Bleistift
Gesprächsthema: keines (man beobachtet!), oder George Orwell
Gegenmaßnahme: zum Autofahren raten (aber nicht per Mitfahrzentrale)

Und nein, ich will nicht mit auf die Autorenliste.

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