Saturday, October 27, 2012

Hans Werner Henze

Hans Werner Henze died today. Another good one goes.

I've always found his music a bit cumbrous, but it certainly is worth the listening effort. His "Tristan" piece and "Undine" ballet are two favourites of mine, and so is his 9th Symphony, which is is truly stunning (go check it out). He was a teacher, too, passing on his experience to young aspiring composers.

Rest in peace now.

Sunday, October 21, 2012

Haskell

Now that Haskell is getting some traction even in a popular German computer magazine, I thought it might be OK to share a piece of work I did for fun in Haskell back in August 2010.

I have the habit of, whenever I encounter a new programming language, or programming language implementation framework, implementing an interpreter for a Very Particular Programming Language Whose Name Shall Not Be Uttered In Public Out Of Consideration For The Faint Of Heart in that language or framework. The interesting thing about This Language is that it is so simple that it does not get in my way when I do my first careful steps. Of course, It usually does not challenge the implementation platform in interesting ways, but that's not quite the point. It's about learning (and having fun doing so).

COLA did see this happen. So did Haskell; I just didn't bother to make it available yet. (It's probably a very bad example of Haskell programming anyway.)

Well, here it is, and it has a friendly license. Please send comments my way.

Tuesday, October 16, 2012

Bahnfahn

Bei Spiegel Online erschien soeben eine kleine Typologie der Bahnreisenden. Eine Sorte fehlt:

Spiegel-Online-Redakteure mit Schreibzwang und Neigung zur Eigenwerbung

Schon vor dem Einstieg passen sie auf wie die Schießhunde, ob sich irgend jemand irgendwie "typisch" benimmt, was eigentlich nur heißt, dass das Benehmen schriftlich fixierbar ist. Sie sitzen nur im Zug, um hinterher drüber schreiben zu können. Sie schreiben alles auf, was ihnen aufschreibenswert erscheint - egal, ob es lesenswert endet oder nicht. Zum Protokollieren ihrer Mitreisenden benutzen sie ein Netbook oder Tablet; je nachdem, was der Gadget-Kollege aus der Redaktion gerade wieder an Altgeräten weitergereicht hat.

Zu jeder, wirklich jeder Begebenheit, die sich während der Fahrt ereignet, fällt ihnen ein mehr oder weniger geistreiches Bonmot ein. Am Ziel der Dienstreise angekommen, werden die neuesten Erkenntnisse gleich per Internet verbreitet und nebenbei tüchtig die Werbetrommel für das daraus gezimmerte Konvolut gerührt.

Lieblingsaccessoire: spitzer Bleistift
Gesprächsthema: keines (man beobachtet!), oder George Orwell
Gegenmaßnahme: zum Autofahren raten (aber nicht per Mitfahrzentrale)

Und nein, ich will nicht mit auf die Autorenliste.

Wednesday, October 10, 2012

Vergleichbar?

1. Die Beendigung einer Schwangerschaft durch Töten des ungeborenen Menschen (vulgo "Abtreibung") ist eigentlich eine Straftat. Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt sie straffrei, oder wird nicht als Straftat gewertet.

2. Die Beschneidung von Jungen ohne medizinische Indikation ist als Körperverletzung eigentlich eine Straftat ...

Monday, October 01, 2012

Oha! Inkasso!

Bei Spiegel Online erschien eben ein Artikel, in dem sich der Autor über seine Erlebnisse mit einem Inkassounternehmen auslässt. Im Kommentarbereich zum Artikel steuern etliche Leser ihre eigenen Geschichten bei.

Ich hab auch eine. Die ist zwar lang her, wirft aber auch ein gewisses Licht auf die Arbeitsweise zumindest eines bestimmten Inkassounternehmens mit einem blauen Globus im Logo ...

Damals, irgendwann gegen Ende der Neunziger, war ich noch Student und erhielt nun also eines Tages einen Brief von besagtem Unternehmen, in dem man mich aufforderte, die Forderung einer gewissen Firma in einem Ort namens Künzelsau zu begleichen. Nun war ich damals noch unerfahren in solchen Dingen und habe mich ziemlich erschreckt - die wollten über eintausend Mark von mir haben.

Ich hatte keine Ahnung, wo Künzelsau liegt, was die betreffende Firma überhaupt produziert und wie ich dazu kommen sollte, denen via Inkassounternehmen Geld zu geben. Also rief ich bei Inkassens an und fragte nach dem Hintergrund der Forderung. Man beschied mir, ich sei Geschäftsführer der Firma X in Y und deswegen sei die Forderung an mich gerichtet.

Zwar studierte ich zu dem Zeitpunkt tatsächlich in Y, von der Firma X hatte ich aber noch nie gehört (metallverarbeitendes Gewerbe, hm ...), und einen Gewerbeschein besaß ich auch nicht. Das Telefonat wurde also erstmal beendet und ich schlug im Telefonbuch die Firma X nach.

Heureka. Meine damalige Telefonnummer lautete 0abc-defg650, die der Firma X lautete 0abc-defg659. Da hatte wohl irgendwer, um die Adresse des vermeintlichen Schuldners rauszukriegen, die Inverssuche bemüht und sich dabei bei der letzten Stelle der Telefonnummer vertan.

Ich rief also bei Firma X an und - ISDN sei Dank - die Dame am anderen Ende der Leitung musste erstmal lachen, als ich sie auf meine Nummer hinwies. Darauf erzählte ich ihr von meinen Erlebnissen, und das Lachen blieb ihr im Halse stecken. Immerhin kannte sie die bewusste Firma in Künzelsau und wusste auch von einer angeblich offenen Forderung.

Nun ja. Wie gesagt, so richtig viel Ahnung von möglichen Vorgehensweisen in solchen Fällen hatte ich damals nicht, sonst hätte ich Inkassens wahrscheinlich grün und blau geklagt, wegen sträflicher Schlampigkeit in Tateinheit mit doof. Ein weiterer Anruf bei denen half immerhin bei der Klarstellung, und ich erhielt ein sogar höfliches Schreiben mit einer Entschuldigung.

Dennoch: Flaschen!

Music for Flying


Some situations just call for a soundtrack. One in which I frequently have this feeling is when I'm sitting on an airplane, travelling at great speed high above ground (or less high above clouds). The view is usually stunning, and even though the plane is moving really, really fast, the world below seems to pass by very slowly: a matter of scale.

What music would describe this? Rather than readily giving a description, I'd prefer giving examples, and coming to a (preliminary) conclusion afterwards.

The very first piece that I ever associated with flying (before even having flown once) was Wagner's Lohengrin ouverture. The immense slowness and calm of the music seem to resonate well with the impression described above.

Two pieces by Olivier Messiaen emanate the same mood: the movements Demeurer dans l'Amour and Le Christ, Lumière du Paradis from his last big orchestral work, Eclairs sur l'Au-dela.

The almost too famous Adagietto from Mahler's Fifth adds to the list. Despite its more vivid second part, the first movement from Einojuhani Rautavaara's Seventh also belongs there. So does Charles Ives' The Unanswered Question.

It seems strings play a major role: the common trait in all of the pieces above is that they are not only slow, but they also feature what some call a string carpet. Maybe that's an important ingredient - in my book, it certainly seems to be. There are indeed strings in Frank Martin's Unser Vater in dem Himmel, dein Name werde geheiliget from his oratorio In Terra Pax.

Yet I must add one more piece that is purely vocal: Gustav Mahler's song Ich bin der Welt abhanden gekommen, in the version that Clytus Gottwald arranged for 16-part choir. The orchestral version with solo voice doesn't feel quite right.

Given that last piece, it can't just all be about strings and slowness. (Unless you insist that the human voice is a string instrument.)

Anything I should add to the list? Any ideas of how to come up with a more conclusive definition?

Wednesday, September 26, 2012

Nun ist es gerichtlich bestätigt ...

(Achtung, Satire. Nur zur Sicherheit.)

... in Deutschland ist Gott - jedenfalls, was das katholische Verständnis angeht - keine Trinität, sondern eine Quaternität: Vater, Sohn, Heiliger Geist, und Fiskus.

Oh Mann.

Sakramente gibt es also, spitz formuliert, nur noch gegen Vorlage des Steuerbescheides. Wie das z. B. bei der Kommunion aussehen soll, ist mir schleierhaft. Wenn nun ein Katholik aus, na, Frankreich nach Deutschland kommt und irgend ein Sakrament empfangen will, wird er das einfach so dürfen, weil er nicht der deutschen Steuerpflicht unterliegt. Das ist absurd. Deutsche Katholiken sind besondere Katholiken, weil für sie die Steuerregel gilt. Ich hatte eigentlich gedacht, dass es in der katholischen  Weltkirche keine in diesem Sinne besonderen Mitglieder gibt. Auf zur deutsch-katholischen Landeskirche!

Jetzt mal ernsthaft. Staatlich-organisatorisch gesehen mag das ja hinkommen, dass man nicht Mitglied der katholischen Kirche sein kann, wenn man nicht die Regeln der Körperschaft öffentlichen Rechts einhalten will und demzufolge aus selbiger austritt. Aber geht es wirklich an, dass man damit trotz aller Übereinstimmung mit Glauben, Lehre, Tradition et cetera definitionsgemäß nicht katholisch sei - und das auch für die Kirche selbst? Diese Botschaft senden die Bischöfe doch ganz klar aus.

Neulich, während des Besuchs eines gewissen Bischofs von Rom in Deutschland, war auch die Rede von Entweltlichung. Wenn nun das Katholischsein hierzulande von fiskalischen Aspekten abhängen soll, dient man doch eher dem Mammon: man wird dazu gezwungen, von der eigenen Bischofskonferenz.

Oh Mann.

Monday, June 11, 2012

Liturgische Musik und Rechtewahrnehmung

Neulich hatte ich das Vergnügen, als Mitglied des Potsdamer St.-Josefs-Doppelquartetts zusammen mit der beachtlichen Mädchenschola der Gemeinde St. Antonius Babelsberg in einer Hl. Messe die Mainzer Bistumsmesse zur Anwendung zu bringen. Genau: zur Anwendung, nicht zur Aufführung. Im liturgischen Rahmen ist das Ausführen von Kirchenmusik eben kein Aufführen, kein Konzert.

Was wohl die GEMA sagen würde, wenn man den bestehenden Rahmenvertrag über Kirchenmusik"aufführungs"vergütung kündigte? Was wohl die Komponisten sagen würden?

Sunday, March 04, 2012

Menschenwürde

Jüngst erschien im Journal of Medical Ethics ein Artikel, der die Idee formuliert, postnatale Abtreibung sei vertretbar, wenn das Abgetriebene noch keine eigenen Wünsche und Zielvorstellungen für sein Leben habe und mithin noch kein moralischer Grund vorläge, es nicht zu töten. Etliche Bloggerkollegen haben sich bereits klar dazu geäußert (Auswahl).

Wenn ich so etwas lese, wird mir sehr, sehr kalt.

Kann es ernsthaft Befürworter solcher Thesen geben?

Bei Embryonen gehen (warum auch immer) die Meinungen darüber auseinander, ob das nun menschliches Leben sei oder nicht. Bei geborenen Menschen war dem bislang nicht so: ein Baby ist ein Mensch, menschliches Leben.

Die Nazikeule packe ich sonst nicht gern aus, sie ist mir einfach zu abgedroschen. Aber wenn man akzeptiert, dass ein Baby eben menschliches Leben ist, und dann zur Begründung postnataler Abtreibungen (allein die Bezeichnung ...) Unterscheidungen trifft zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben, dann ist man meiner Meinung nach schon nicht mehr auf dem direkten Weg zurück in finsterste Zeiten, sondern man ist gedanklich und moralisch schon längst dort.

Zum Ersten lautet die Antwort auf obige Frage also aus geschichtlicher Perspektive entschieden nein.

Ich gebe gern zu, juristischer Laie zu sein, aber. Im Geltungsbereich des deutschen Grundgesetzes ist die Würde des Menschen unantastbar. Daraus folgen dann so vernünftige Sachen wie das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das Verbot der Todesstrafe, die Strafbarkeit von Totschlag und Mord.

Ist ein Baby also menschliches Leben, kann seine Tötung hierzulande nur gesetzeswidrig sein. Ein Spekulieren über die Vertretbarkeit postnataler Abtreibungen ist womöglich von der gleichermaßen vom Grundgesetz garantierten Meinungsfreiheit gedeckt. Oder nicht?

Zum Zweiten lautet die Antwort auf obige Frage also aus rechtlicher Laienperspektive mit deutschem Hintergrund tja.

Es ist ja richtig, dass man Meinungen zulassen muss, die einem widerstreben. Nirgendwo steht aber, dass man sie unwidersprochen hinnehmen muss. Und bei Themen wie diesem kann man, wenn man einigermaßen bei Verstand ist, nicht laut genug widersprechen. Man muss noch nicht einmal katholisch sein, um den Irrsinn zu erkennen.

Zum Dritten lautet die Antwort auf obige Frage also aus ganz persönlicher Perspektive nein, verdammt.