Monday, September 24, 2007

OLPC, OLPP... - XO-Laptops zu kaufen! [Nachtrag x2]

Aus "One Laptop per Child" wird "One Laptop per Person" – vielleicht auch mehr als nur "one", je nach Möglichkeiten.

Wie es aussieht, hat die OLPC-Initiative, vielleicht angesichts der Probleme beim Niedrighalten des Preises, das Angebot gestartet, dass jede und jeder sich für $ 399,– einen XO-Laptop kaufen kann. Unterm Strich heißt das, dass man beim Kauf eines Geräts ein weiteres qua Spende mitfinanziert – und das ist doch eigentlich eine sinnvolle Idee.

Das Ganze startet im November. Hm... im November gibts auch (mancherorten) Weihnachtsgeld...

Nachtrag: Die von mir oben referenzierte Webseite der OLPC-Initiative erwähnt leider nicht, dass die XO-Laptops nur in geringer Stückzahl (25.000) und auch nur an Einwohner Nordamerikas abgegeben werden. Diese Informationen gibt es an anderer Stelle (besten Dank an Bert Freudenberg für den Hinweis).

Noch ein Nachtrag: Das kommt davon, wenn man nicht genau hinschaut. Es gibt keine Stückzahlbegrenzung; die ersten 25.000 Besteller bekommen ihren XO vor Weihnachten, das ist alles. EIgentlich eine gute Nachricht.

4 comments:

  1. Typischer Fall von verkalkuliert ... dass der OLPC jetzt verkauft werden soll ist doch auch nur eine Initiative weil man die erst die angepriesenen $100 und nun auch die $180 nicht finanzieren kann.

    So toll das Projekt ist, aber ich denke es wird nicht sehr viele Käufer finden, die sich das Ding holen, wenn sie für den gleichen Preis einen vollausgestatteten Windows-Schleppi bekommen können.

    Mal schaun, ob das OLPC-Projekt noch durchhalten wird, zumal die Abnehmerzahlen in den Dritt-Welt-Ländern doch massiv unter den Erwartungen geblieben sind.

    Nette Initiative, aber auch erfolgreich?

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  2. Erstmal waren die hundert Dollar ja nur eine hypothetische Summe, die den Kosten entspricht, die man aufwenden muss, wenn man eine gewisse Menge Schulbücher drucken und verteilen will. Die Zahl ist gewissermaßen ein Ideal, dass nun erst einmal irgendwie erreicht werden muss.

    Dass die Produktionskosten derzeit (!) bei über 180 Dollar liegen, ist ökonomischen Gegebenheiten geschuldet und tut der Idee des OLPC-Projekts keinen Abbruch. Da gleich von Scheitern zu schwadronieren (wie man nun wieder allenthalben lesen und hören muss) ist eine ziemlich übereilte Reaktion.

    Die immer wieder auftauchenden Vergleiche mit Standard-Laptops mit Windows drauf zeigen auch eine (bewusste?) Verkennung der Zwecke und Absichten des Projekts.

    Das gilt auch in dem aktuellen Zusammenhang mit der Spendenaktion. Es ist schon ein Ausdruck von Egoismus, wenn man auf die Ankündigung, man könne für 400 Dollar 2 Geräte finanzieren (und eines davon gehe in eines der Zielländer), erst einmal pauschal damit reagiert, dass es für das gleiche Geld doch auch einen Windows-Laptop gebe. Das ist vollkommen irrelevant!

    Abgesehen davon, dass die XO-Laptops absolut faszinierende Hardware darstellen, die voller echter Innovationen steckt, geht es bei der Aktion nun darum, ein solches Gerät zu spenden! Aber das ist eine Denke, die im ach so aufgeklärten (und leider von kurzsichtigem individualistisch-ökonomisch geprägten Denken beherrschten) Westen eben einfach nicht hoffähig ist. Da denkt man lieber nur daran, wie man für möglichst wenig Geld möglichst viel Wert bekommt - dass man mit dem Einsatz von Geld auch selbstlos etwas Hilfe leisten kann, ist einfach wurscht.

    Eigentlich ist sowas traurig.

    Ich wünsche dem Projekt jedenfalls alles nur erdenklich Gute - und wenn es diese Geräte wirklich einmal in Deutschland zu kaufen geben sollte, SPENDE ICH GERN EINES.

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  3. Versteh mich net falsch, ich halte das Projekt ebenso nach wie vor klasse! Und ich wünsche dem nur das Beste.

    Aber wie du schon gesagt hast, wenn man sich auf Spenden verlassen muss, ist man in der westlichen Welt einfach fehl am Platze, soweit es sich nicht um eine humanitäre Katastrophe oder eine werbefinanzierte Form der Spendenaktion zu hochstilisierten Feiertagen handelt.

    Aber dennoch muss ich für mich selber sagen, würde ich mir einen OLPC nicht kaufen, da ich keinen Verwendungszweck dafür sehe. Und wenn ich in der westlichen Welt einen Laptop verkaufen will, egal ob für einen guten Zweck oder nicht, kommt man nunmal nicht drum herum, sich an marktüblichen Produkten zu messen. Da führt kein Weg vorbei, egal ob Intention des Projektes oder nicht. Aber um es zu verdeutlichen: Sollte ich jedoch soviel Geld verdienen, $300 spenden zu können (was wahrlich ne ganze Stange Geld ist), würde ich es tun und derer 2 Geräte wieder abgeben.

    Das hat allerdings absolut nichts mit Egoismus oder unaufgeklärter, verschlossener Denkweise zu tun, sondern viel mehr mit Abgabe von Geld privater Leute. Und ich bleibe dabei, dass sich das Projekt verkalkuliert hat.

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  4. Wenn du mal selbst ein Kind hast (oder SWA mitveranstaltest...), stellt sich der Nutzungszweck schon ganz von selbst ein. ;-)

    Zu dem unsinnigen Zwang, den XO mit "marktüblichen" Produkten vergleichen zu müssen, ist bereits alles gesagt worden; das ist im Kontext des Projekts vollkommen wurscht.

    Verkalkuliert? Vielleicht; dann aber in mehrfacher Hinsicht, und nur einer der Aspekte dreht sich um die Produktionskosten...

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