Friday, June 30, 2006

Sonette find' ich sowas von beschissen...

Robert Gernhardt ist tot.

Irgendwann in den Neunzigern bin ich durch einen Zeitungsartikel im Provinzblatt "Westfalenpost" auf ihn aufmerksam geworden. Dort wurde aus dem Gedicht "Natur-Blues" zitiert. Die wenigen Zeilen, hintersinnig, im besten Wortsinn witzig, sagten mir zu, und ich kaufte mir den Gedichtband "Lichte Gedichte" spontan.

Wenige Stunden später hatte ich das Buch komplett gelesen - der ruhige Ferienjob als stellvertretender Hausmeister und Portier im städtischen Museum machte es möglich - und wusste: da ist einer, der mich anspricht. Der genau den Ton trifft, den ich so gern höre.

Mit meinem Hang zum Integralen legte ich also los und mir alles zu, was ich von diesem mir bis dahin unbekannten Großen in die Finger bekommen konnte. Das Allermeiste sagte mir unmittelbar zu, vieles davon ließ mich herzlich lachen.

Hintersinnig sind Gernhardts Gedichte. Witzig. Intelligent. Poetisch. In seinen Liebesgedichten erklingt eine sanfte Musik. In seinen Satiren ist er humorvoll bissig. Seine Karikaturen treffen ins Schwarze.

Wie sehr haben mich seine Gedichte begleitet. So profan es klingt, eine Zeit lang hing bei mir zu Hause auf der Toilette ein Ausdruck von "Als er sich auf einem stillen Örtchen befand", und zwar so, dass man es bei länger anhaltenden Sitzungen nicht übersehen konnte; natürlich war das verwendete Toilettenpapier von der entsprechenden Marke. Seine "Kritik einer bekannten Gedichtform italienischen Ursprungs" kann ich heute noch auswendig. Die "Animalerotica" oder "Weils so schön war" ("Paulus schrieb an die Apatschen...") sind echte Dauerbrenner. Der Kragenbär sowieso. Sein eindringliches "Ein Glück", ein Gedicht über das Wegschauen angesichts Anderer in Not (und seien es nur Spatzen), ist mir stets gewärtig. Der Zyklus "Herz in Not", beklemmendes Tagebuch einer Bypass-Operation, auch - wegen seiner Unmittelbarkeit.

Und nun ist Robert Gernhardt tot.

Gut ist das nicht.

Monday, June 12, 2006

Lux Aeterna

György Ligeti has made the step to eternal light today. The one good thing about this is that his music stays with us.

Thursday, June 08, 2006

The EU Just Doesn't Get It

An EU study has revealed that many European SMEs don't apply for EU research funding because their financial staff recommend so. One of the reasons for financial staff is that EU reporting guidelines are so complicated. Another reason is that financial staff are often unaware of the financial benefits of EU funding.

Both reasons are valid. It's a communication issue, on the one hand, that people aren't aware of the benefits that such EU projects have. Once you have the money, you can do some serious and productive work. On the other hand, financial reporting for EU projects is indeed not too simple.

The sad part of the story is that the study comes to the conclusion that "better education of the financial community on the financial benefits of participation in EU research programmes, and improved dissemination of information in order to clear up misunderstandings over issues such as co-financing" will do the trick.

I don't believe it. The study clearly reveals that complicated EU reporting rules are a reason for SMEs not applying for funding, and yet the only solution proposed is to communicate things better? What about simplifying things instead, for once? What the hell is wrong in Brussels?