Monday, February 04, 2013

... in diesen Zeiten ...

Pogromstimmung? Geht gar nicht, der Begriff, meint so manche(r), und versteigt sich wohlfeil zum Vorwurf der Geschichtsvergessenheit.

Wenn man mal nur für einen Moment alle instinktiven Empörungsreaktionen, die einem bei Vergleichen, die mit Elementen dieser besonderen Terminologie arbeiten - oft nicht ohne Grund - spontan in den Sinn kommen, bewusst unter Kontrolle hält und sich die Bedeutung der Begriffe "Pogrom" und "Pogromstimmung" sowie den prinzipiellen Unterschied zwischen beiden klar macht, sollte einem dämmern, dass damit bestimmt keine Verhöhnung von Holocaust-Opfern gemeint sein kann. Vielmehr geht es um die Beschreibung einer gesellschaftlichen Situation.

Josef Bordat formuliert das alles viel besser als ich es jemals könnte und legt auch gleich einen "Beweis" dafür nach, dass das Wort von der Pogromstimmung so abwegig nicht sein kann.

Das sollte allen zu denken geben. Wie viel Zivilisationsfirnis ist da noch, und was braucht es, damit er wieder mal johlend runtergerissen wird? Anders gefragt, hat man wirklich nichts aus der Geschichte gelernt?

Zygmunt Bauman hat viele der von Josef Bordat angesprochenen Mechanismen in seinem wirklich empfehlenswerten Buch Dialektik der Ordnung beschrieben. Als Soundtrack zur Lektüre empfehle ich Sir Michael Tippetts Oratorium A Child of Our Time. Bitte auch unbedingt das Libretto ansehen.

Saturday, October 27, 2012

Hans Werner Henze

Hans Werner Henze died today. Another good one goes.

I've always found his music a bit cumbrous, but it certainly is worth the listening effort. His "Tristan" piece and "Undine" ballet are two favourites of mine, and so is his 9th Symphony, which is is truly stunning (go check it out). He was a teacher, too, passing on his experience to young aspiring composers.

Rest in peace now.

Sunday, October 21, 2012

Haskell

Now that Haskell is getting some traction even in a popular German computer magazine, I thought it might be OK to share a piece of work I did for fun in Haskell back in August 2010.

I have the habit of, whenever I encounter a new programming language, or programming language implementation framework, implementing an interpreter for a Very Particular Programming Language Whose Name Shall Not Be Uttered In Public Out Of Consideration For The Faint Of Heart in that language or framework. The interesting thing about This Language is that it is so simple that it does not get in my way when I do my first careful steps. Of course, It usually does not challenge the implementation platform in interesting ways, but that's not quite the point. It's about learning (and having fun doing so).

COLA did see this happen. So did Haskell; I just didn't bother to make it available yet. (It's probably a very bad example of Haskell programming anyway.)

Well, here it is, and it has a friendly license. Please send comments my way.

Tuesday, October 16, 2012

Bahnfahn

Bei Spiegel Online erschien soeben eine kleine Typologie der Bahnreisenden. Eine Sorte fehlt:

Spiegel-Online-Redakteure mit Schreibzwang und Neigung zur Eigenwerbung

Schon vor dem Einstieg passen sie auf wie die Schießhunde, ob sich irgend jemand irgendwie "typisch" benimmt, was eigentlich nur heißt, dass das Benehmen schriftlich fixierbar ist. Sie sitzen nur im Zug, um hinterher drüber schreiben zu können. Sie schreiben alles auf, was ihnen aufschreibenswert erscheint - egal, ob es lesenswert endet oder nicht. Zum Protokollieren ihrer Mitreisenden benutzen sie ein Netbook oder Tablet; je nachdem, was der Gadget-Kollege aus der Redaktion gerade wieder an Altgeräten weitergereicht hat.

Zu jeder, wirklich jeder Begebenheit, die sich während der Fahrt ereignet, fällt ihnen ein mehr oder weniger geistreiches Bonmot ein. Am Ziel der Dienstreise angekommen, werden die neuesten Erkenntnisse gleich per Internet verbreitet und nebenbei tüchtig die Werbetrommel für das daraus gezimmerte Konvolut gerührt.

Lieblingsaccessoire: spitzer Bleistift
Gesprächsthema: keines (man beobachtet!), oder George Orwell
Gegenmaßnahme: zum Autofahren raten (aber nicht per Mitfahrzentrale)

Und nein, ich will nicht mit auf die Autorenliste.

Wednesday, October 10, 2012

Vergleichbar?

1. Die Beendigung einer Schwangerschaft durch Töten des ungeborenen Menschen (vulgo "Abtreibung") ist eigentlich eine Straftat. Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt sie straffrei, oder wird nicht als Straftat gewertet.

2. Die Beschneidung von Jungen ohne medizinische Indikation ist als Körperverletzung eigentlich eine Straftat ...